Am glücklichsten scheine ich zu sein, wenn ich mir gerade über meine Erkrankung keinerlei Gedanken mache. Wenn ich einfach “bin“ wie ich bin.
Aber wie “ist“ man einfach? Gedankenlos?
Natürlich gibt es Gedanken, die einfach “stören“.
Etwa wenn man sich selber sagt, daß man doch krank ist und eben dies und das „nicht“ oder eben „nicht so optimal“ leissten kann.
Der Unterschied ist also das DENKEN an sich, es ist gut zu Denken denn das Denken, die Ratio ist dem Menschen naturgemäß eigen.
Der Unterschied liegt also im “Gedankenkreisen“, auch “grübeln“ genannt.
Das nämlich passiert, wenn in die Gedankengegenstände routieren und sich gegenseitig negativ beeinflussen, ohne das es zu einem“Denkergebnis“ käme.
Hierbei ist es völlig unerheblich, ob diese Gedanken sich um Vergangenes, Gegenwärtiges oder Zukünftiges handeln.
In der Praxis sieht das nun bei mir beisbielsweise so aus, daß ich einen Plan, eine Konzeption meines nächsten Konzertes immer wieder verwerfe. Doch die Zeit drängt, ch muss ja schliesslich wissen, welche Stücke ich konkret und praktisch zu üben habe nd so lange ich das noch nicht festgelegt habe, kann der wirkliche Übeprozess nicht wirklich starten. Damit komme ich nach und nach immer wieder in eine wirklich gefährliche Situation, denn selbstverständlich braucht ein Soloprogram einfach eine intensive Zeit der konkreten Vorbereitung am Instrument.
Gestern habe ich an meinem nächsten Konzert konzentriert 4 Std. lang gearbeitet, überwiegend konzentriert geübt. Hernach bin ich einerseits erschöpft, andererseits aber auch sehr erfüllt. D.h. die Erschöpfung ist durchaus eine „positive“ Erschöpfung.
Obwohl ich nicht “Psycho-loge“ bin, bin ich fasziniert von der Arbeit und der „funktionsweise“ der menschlichen Psyche.
Sie funkioniert zwar in irgendeiner Weise nach logischen Mustern, ist in sich aber alles andere als logisch.
Immer wieder habe ich mich gefragt, was die Seele oder die Psyche denn eigentlich für eine Instanz des Menschen ist?
Warum ist man glücklich, warum unglücklich, warum gelingen einem manchmal die Dinge die einem wichtig sind und manchmal nicht?
Und wie “funktioniert“ ANGST? Wie kommt es daß wirkliche Ängste sich nicht einfach durch die Ratio und die Logik ausschliessen lassen?
…
Ich bin fest davon überzeugt, daß vieles damit zu tun hat welche psychogene Kraft einem gerade innewohnt. “
Gesunde“ Menschen scheinen demnach bei allen natürlichen Schwankungen eine psychische Basis zu haben, einen Grundzustand der Seele, der es ihnen ermöglicht ein „normal“ genanntes Leben zu führen. Beziehungen verlässlich zu führen, zu arbeiten.
Wir erleben solche Menschen als “stabil“ und durchaus angenehm, weil sie in einer gewissen Kontinuität fast immer „gleich“ erscheinen. Wir identifizieren sie dann schnell als eine „ganz bestimmte Person“ und „Persönlichkeit“ mit für uns gewohnte Stärken und Schwächen auf die wir uns verlassen können. Wir können eine solche Persönlichkeit einschätzen und in gewisser Weise sogar „berechnen“. Das macht uns den Umgang mit ihnen einfach, ja sogar „bequem“.
Doch wie wir alle wissen und immer wieder erfahren müssen,ist doch das so wichtige Element der Zuverlässigkeit, der Bindungsfähigkeit und auch die Parameter einer Arbeitsfähigkeit auch bei so genannten“gesunden“ Menschen mehr und mehr Schwankungen unterworfen.
Das bringt mich einerseits zu dem heutigen Gedankenschluss, daß diese Gesellschaft in der wir leben irgendwie doch sehr “krank“ sein muss.
Der Umkehrschluss liegt auch Nahe, denn andererseits komme ich zu dem Schluß, daß das “Kranke“ im Grunde das Normale zu sein scheint.
Wie auch immer, die Kraft der Psyche wird in unserer Gesellschaft bei Weitem notorisch unterschätzt.